Ich habe mich ausführlicher mit…
Ich habe mich ausführlicher mit Wertsicherung beschäftigt und mir dabei vor allem die Kosten und das Vertriebssystem angesehen.
Mein Eindruck fällt kritisch aus.
Positiv ist zunächst: Es gibt ein reales Produkt. Angeboten werden Sparpläne für physische Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin. Einen belastbaren Nachweis dafür, dass Wertsicherung Betrug oder ein illegales Schneeballsystem ist, habe ich bei meiner Recherche nicht gefunden. Solche Behauptungen würde ich deshalb nicht aufstellen.
Was mich allerdings deutlich stört, ist die Kosten- und Vertriebsstruktur.
In eigenen Wertsicherung-Unterlagen aus dem Jahr 2024 werden je nach Sparplan Abschlusskosten von 750 €, 1.599 €, 2.399 € oder sogar 3.199 € genannt. Dazu können Lager- bzw. Depotkosten und weitere Kosten kommen. Bei kleinen monatlichen Sparraten finde ich solche Abschlusskosten erheblich.
Gleichzeitig arbeitet Wertsicherung mit selbstständigen Vermittlern und einem provisionsorientierten Karrieresystem. In den damaligen eigenen Vertriebsunterlagen werden Provisionen von mehreren hundert Euro pro vermitteltem Sparplan und verschiedene Karrierestufen beschrieben. Für bestimmte höhere Stufen spielten auch neue Vertriebsanbindungen eine Rolle.
Das erinnert für mich deutlich an Strukturvertrieb bzw. Network Marketing. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass es sich um ein illegales Schneeballsystem handelt. Dafür habe ich keinen ausreichenden Beleg gefunden.
Besonders kritisch sehe ich außerdem, dass auf der aktuellen Wertsicherung-Internetseite bei Beispielen zur Wertentwicklung ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass Abschluss- und Depotkosten teilweise nicht berücksichtigt sind. Genau diese Kosten sind für die tatsächliche Rendite eines Kunden aber entscheidend.
Auch die Verbraucherzentrale hat bereits vor Goldsparplänen der Multi Invest Sachwerte GmbH gewarnt und unter anderem hohe Abschlusskosten sowie einen Streit um eine zugesagte Treueprämie thematisiert.
Für mich ist deshalb nicht entscheidend, ob Gold grundsätzlich eine gute oder schlechte Anlage ist. Entscheidend ist die Frage, warum ich hohe Abschluss-, Vermittlungs- und laufende Kosten bezahlen sollte, um Gold zu erwerben.
Bevor ich hier einen Vertrag unterschreiben würde, würde ich mir deshalb schriftlich auf den Euro genau zeigen lassen:
Wie hoch sind sämtliche Abschlusskosten?
Wie viel meiner monatlichen Rate wird tatsächlich in Edelmetalle investiert?
Welche Depot- und Lagerkosten fallen an?
Welcher Aufschlag wird beim Kauf berechnet?
Was kostet der Verkauf oder die Auslieferung?
Und welchen tatsächlichen Wert besitzt mein Depot nach allen Kosten?
Mein Fazit: Einen Beweis für Betrug oder ein illegales Schneeballsystem habe ich nicht gefunden. Die hohen bzw. historisch dokumentierten Abschlusskosten und das stark provisionsorientierte Vertriebssystem sehe ich jedoch sehr kritisch. Für mich wäre das kein Produkt, das ich allein aufgrund eines Verkaufsgesprächs abschließen würde. Ich würde zuerst sämtliche Kosten offenlegen lassen und anschließend mit einem direkten Goldkauf und anderen Anlagemöglichkeiten vergleichen.
Quellen: Wertsicherung.de und dort veröffentlichte Vertriebs- und Schulungsunterlagen aus 2024 sowie Verbraucherzentrale.de








