Fragwürdige Werbe-E-Mail mit „Nominierung“ – Datenschutz-Auskunft angefordert
**Update: Mittlerweile wurde sogar versucht, diese Bewertung entfernen zu lassen.**
Besonders bemerkenswert finden wir, dass statt einer nachvollziehbaren Klärung der aufgeworfenen Fragen offenbar zunächst versucht wurde, diese Bewertung bei Google wegen angeblicher Rechtsverstöße entfernen zu lassen.
Dabei beschreibt diese Bewertung ausschließlich unsere tatsächliche Erfahrung mit dem Unternehmen und die von uns erhaltene Werbe-E-Mail.
Bis heute ist für uns insbesondere nicht nachvollziehbar:
* Wer unser Unternehmen konkret empfohlen haben soll.
* Auf welcher Grundlage die werbliche Kontaktaufnahme erfolgte.
* Warum unser Unternehmen überhaupt kontaktiert wurde.
* Wie unsere Kontaktdaten ermittelt wurden.
Gerade deshalb haben wir eine datenschutzrechtliche Auskunft angefordert und werden den Vorgang weiterhin prüfen lassen.
Aus unserer Sicht sollten Unternehmen besonders aufmerksam werden, wenn sie ungefragt E-Mails erhalten, in denen von einer angeblichen Empfehlung, Nominierung oder Auszeichnung die Rede ist, ohne dass die Herkunft dieser Informationen transparent dargestellt wird.
Jedes Unternehmen sollte in solchen Fällen kritisch hinterfragen:
* Wer hat die Empfehlung ausgesprochen?
* Woher stammen die Kontaktdaten?
* Auf welcher Grundlage erfolgt die Kontaktaufnahme?
* Welche Kosten, Lizenzmodelle oder Folgeverpflichtungen können entstehen?
Wir halten Transparenz für wichtiger als die Entfernung kritischer Bewertungen. Bewertungen sollten die tatsächlichen Erfahrungen von Unternehmen widerspiegeln dürfen, solange sie sachlich und wahrheitsgemäß formuliert sind.
Unsere Bewertung basiert auf einem dokumentierten Vorgang und unserer persönlichen Erfahrung mit dieser Kontaktaufnahme.
Wir haben eine E-Mail der „Deutschen Gesellschaft für Unternehmenszertifizierung“ erhalten, in der behauptet wurde, einer unserer Kunden habe uns empfohlen und unser Unternehmen sei für das Siegel „Top-Unternehmen 2026“ vorgeschlagen bzw. nominiert worden.
Aus unserer Sicht wirkt diese Ansprache sehr fragwürdig und wie eine klassische Kaltakquise mit Siegel-/Zertifizierungsangebot. Besonders kritisch sehen wir, dass kein konkreter Kunde genannt wurde, der uns angeblich empfohlen haben soll. Die Formulierungen „nominiert“, „risikofrei beantragen“ und „Top-Unternehmen“ vermitteln für uns den Eindruck einer besonderen Auszeichnung, obwohl am Ende offenbar ein kostenpflichtiges Lizenz-/Siegelmodell im Raum steht.
Wir haben keine Einwilligung zur werblichen Kontaktaufnahme erteilt. Sollte unsere E-Mail-Adresse aus unserem Impressum entnommen worden sein, wäre das aus unserer Sicht besonders problematisch, da Impressumsdaten nicht einfach für Werbezwecke genutzt werden dürfen. Genau aus diesem Grund haben wir nun eine vollständige Auskunft nach Art. 15 DSGVO angefordert und der weiteren Verarbeitung unserer Daten zu Werbe- und Direktmarketingzwecken nach Art. 21 DSGVO widersprochen.
Andere Betroffene sollten aus meiner Sicht ebenfalls genau prüfen:
* Woher hat das Unternehmen die eigenen Kontaktdaten?
* Gab es eine echte Einwilligung zur Werbe-E-Mail?
* Wurde wirklich ein Kunde genannt, der das Unternehmen empfohlen haben soll?
* Welche Kosten entstehen nach der angeblich „risikofreien“ Beantragung?
* Gibt es automatische Verlängerungen oder Lizenzmodelle?
Mein Tipp an andere Unternehmen: Fordert schriftlich eine vollständige Datenauskunft nach Art. 15 DSGVO an. Verlangt dabei konkret Auskunft darüber, welche Daten gespeichert wurden, aus welcher Quelle die Daten stammen, zu welchem Zweck sie verarbeitet werden, an wen sie weitergegeben wurden und auf welcher Rechtsgrundlage die Werbe-E-Mail verschickt wurde. Gleichzeitig kann man der weiteren Nutzung zu Werbezwecken nach Art. 21 DSGVO widersprechen und nach Erteilung der Auskunft die Löschung nach Art. 17 DSGVO verlangen.
Sollte keine nachvollziehbare Antwort innerhalb der gesetzlichen Frist erfolgen, kann man sich an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde wenden. Bei unerlaubter Werbe-E-Mail kommen außerdem Beschwerden bei zuständigen Stellen wie der Bundesnetzagentur oder rechtliche Schritte wegen unzulässiger Werbung in Betracht.
Für uns hinterlässt diese Vorgehensweise einen sehr unseriösen Eindruck. Wir werden das Angebot nicht nutzen und raten anderen Unternehmen, vor einer Beantragung sehr genau die Kosten, Vertragsbedingungen und Herkunft der eigenen Daten zu prüfen.
9 juni 2026
Review zonder uitnodiging